Dienstag, 16. Oktober 2007

Outro

Jau, das wars auch schon mit der Tour, nach fast 2 Monaten ist man wieder im Lande. Ich muss sagen, dass die Tour mir echt gefallen hat und das alles trotz so manchem Hindernis einfach super gelaufen ist!!! Was ich zum Schluss nochmal loswerden wollte: Vielleicht sieht alles ziemlich einfach aus -> man kauft sich ein Motorrad, steckt ein paar Aluboxen dran und los gehts...Ist es aber nicht! Man muss eine Menge an Zeit, Energie und Kohle reinstecken, um so ne Tour zu ermöglichen. Das hätte ich vorher auch nicht gedacht... Okay, auf diesem Blog wird sich nicht mehr viel tun, außer dass ich vielleicht noch das eine oder andere Foto bei Picasa dazupacken werde...Also bis zum nächsten "Einmal-quer-duch-Afrika-Trip" :)

I love Peking!

Obwohl ich eigentlich nicht auf Großstädte stehe, hat Peking einfach nur gerockt! Der Verkehr hielt sich echt in Grenzen, es war sauber, es gab viel Grün, die Chinis sind echt gut drauf und es war nicht wie in anderen Großstädten groß überteuert (ganz im Gegenteil, ein Big Mac-Menü kostete gerade mal 1,60€). Nur Jackie Chan haben wir leider nicht getroffen...Zum Glück hatte ich von meinem Nachbarn die Adresse von Erk bekommen, einem Deutschen in Peking, der uns ziemlich gute Tipps für die nächsten 5 Tage gegeben hat...Wir konnten also nochmal so richtig den Touri raushängen lassen: Die Große Mauer, Verbotene Stadt, Parks, chinesische Restaurants..., sich ständig von einem Taxi herumfahren lassen oder mit den echt harten Verkäufern um einen guten Preis für eine gefälschte G-Shock gerungen.....Zum Glück haben wir noch auf den letzten Drücker einen passenden Flug buchen können und sind mit "Aeroflot" (russische Gammelairline :) über Moskau nach Hause...

Auf dem Weg ins gelobte Land...

Mit zwei schnarchenden Mongolen und Chinesen in unserer Kabine ging es dann mit dem Zug Richtung chinesische Grenze. Hier sollte es sich jetzt bei der Ausreise entscheiden, ob wir unsere Motorräder vezollen mussten oder nicht. Der Strafzoll sollte bei dem 1,5-fachen des Verkaufspreises liegen...Doch man hat uns nicht mal wegen den Motorrädern angesprochen, wir haben unsre Stempel gekriegt und fertig!!! Später ging es dann mit einem "Gute Nacht-Bus" (mit Betten) weiter Richtung Peking. Die Strecke von Ulan Bator nach Peking war ungefähr 1600 Kilometer lang und hat ca. 30 Stunden an Fahrt gedauert...

Angekommen!!!!!

Es war herrlich nach 47 Tagen und 12000 gefahrenen Kilometern in Ulan Bator anzukommen! Die nächsten Tage haben wir in einem "Oasis-guesthouse" verbracht (kann ich nur empfehlen!), das von einem deutsch-östereichischem Ehepaar geleitet wurde. Das Coole war, dass dort schon ein paar andere "Weltenbummler" mit dem Motorrad angekommen sind, unter anderem Nobo (ein Japaner, der schon 5 Jahre unterwegs ist) und Meindert, ein echt lässiger Niederländer...Die Tage hier waren ziemlich entspannt, auch wenn man sich um den Verkauf der Motorräder kümmern musste. Es stand aber eigentlich schon damals in Khovd fest, dass Jeff eines unserer Mopeds bekommen sollte. Meins ging also an Jeff und Dolma hat Fischers abgekauft...Für die Bikes haben wir nicht mehr viel verlangen können: Mein Motor wurde nämlich gleich auseinandergebaut und in so nem Kontainer verstaut - Motorschaden! Die neue Kurbelwelle und Pleuelstange sollten in den nächsten Wochen aus Japan kommen...Und Fischers Yamaha hatte mehrere Mängel...Wenn dann alles so weit ist, gehen die Bikes mit dem Truck zurück nach Khovd...Für uns sollte es jetzt mit dem Zug weitergehen, weil die Einreise mit dem Motorrad in China seit Anfang 2007 verboten wurde (mitten in unseren Planungen! Eigentlich wollten wir die Seidenstraße lang). Die Fahrkarte war also gekauft, alles Unnötige aussortiert und mit dem Rucksack ging es jetzt Richtung Chinaaaaaaa

Montag, 15. Oktober 2007

Nee, neh?

Drei Dinge waren es, die mir etwa 150 Kilometer vor dem Ziel so ziemlich auf die Nerven gingen: 1. Die Asphaltstraße hat aufgehört und auf einmal war eine durchgehende Baustelle angesagt, überall schöner, tiefer Sand (was wir beide so lieben!!!) 2. Fischer und ich haben uns wegen so ner Sache in die Haare bekommen (was schon mal vorkommt) und 3. Sein Moped hatte auf einmal nen Platten (der erste auf der ganzen Tour!), ein ca. 7cm langer Nagel war dran Schuld. D.h. es war Reifen flicken angesagt, was sich leichter anhört, als es ist...Fischers Bike wurde von uns erstmal in nem Graben geschoben und haben es da auf meine Aluboxen aufgebockt...Nachdem der Reifen ab war und der Ersatzschlauch drin war, musste ich mit dem Reifen in die nächste Stadt, weil unsere Luftpumpe nichts taugte...Als wir endlich mit allem fertig waren, wurde es schon dunkel und Ulan Bator konnteste "an den Nagel hängen"... Also noch eine letzte Nacht in der Pampa verbringen und morgen dann der Versuch, wirklich anzukommen...

"Ulan Bator" und der rote Teppich

Was sich so anhört wie ein großer Affe, ist eigentlich die Hauptstadt der Mongolei: Ulan Bator.
Es war unser Ziel, dort heile mit dem Motorrad anzukommen. Die wussten das und haben für uns schon 400 km vor der Stadt den roten Teppich ausgerollt: Eine gerade frisch gemachte Asphaltstraße!!! Wir kamen gut voran, alberten auf dem Motorrad rum, grüßten einfach jeden und freuten uns wie die kleinen Kinder, noch am selben Abend endlich das Ziel erreicht zu haben!

Fluss ahoi!

Irgendwann sind wir auf einen fetten Fluss getroffen, von den wir vorher schon viel gehört hatten. Der Fluss war dafür bekannt, dass Leute mit ihren Autos oder Mopeds stecken bleiben oder dass der Motor lahm gelegt wird (was auch gerade bei einem Auto der Fall war, das hilflos neben dem Fluss stand)...Das Problem war halt, dass es hier keine Brücke gab! Na ja, mit großem Respekt stehst du halt davor, kannst den Boden nicht sehen, siehst die Strömung und fängst erstmal an nachzudenken, wie und wo man da überhaupt rüberkommen soll...Nach ner halben Stunde gucken und rumlaufen, haben wir dann beschlossen unsere Motorradklotten auszuziehen und mit Shorts und Schuhen rüber zu fahren. Die Fahrt war krass, man macht sowas ja nicht alle Tage! Die Beine schlackerten im Wasser hin und her, um irgendwie das Gleichgewicht zu halten. Außerdem musste man gleichzeitig gegen die von links kommende Strömung ankämpfen, damit man nicht zu weit wegdriftet...Obwohl man schon mehrmals das Gefühl hatte gleich im Fluss zu liegen, hat man es irgendwie doch geschafft. Als ich auf der anderen Seite angekommen bin, musste ich laut brüllen und habe mich in dem Moment wie Simson gefühlt, der gerade mit seinen eigenen Händen einen großen Löwen bezwungen hat. Fischer hat die Flussüberquerung zum Glück auch überstanden. Yehaaaa!

Sonntag, 14. Oktober 2007

krank im Bett

Die letzte Zeit hat ziemlich viel Kraft gekostet, wir waren beide schon ziemlich müde vom touren und wollten irgendwie nur noch ohne weitere Zwischenfälle ankommen...dazu kam aber noch, dass ich auf einmal krank wurde! Nach einer unruhigen Nacht im Zelt, musste ich mich quälen, die nächsten 300 Kilometer bis in die nächste Stadt zu schaffen. In "Altai" haben wir ein kleines Zimmer im Dachgeschoss eines Kaufhauses bekommen, wo ich die nächsten drei Tage mit einer Grippe im Bett lag. Das hat mir alles nicht gefallen, man wollte ja weiter! Aber was soll man machen, kommt halt schon mal vor, neh?

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Happy Birthday!

Während der Zeit in Khovd sind Jeff, Dolma und wir beiden zu einer Geburtstagsparty gefahren, die (leider) 130 Kilometer entfernet war. Was wir aber vorher nicht wussten, ist, dass das "Ger" (die weiße mongolische Jurte) irgendwo da draußen stand und dass eine krasse Tour vor uns lag. Wir mussten durch Flüsse, Matsch und sind einfach quer durchs Feld gefahren, es gab nämlich keine Straßen mehr! Am schlimmsten waren aber die "Buckel-Felder"! Es waren einfach Felder, die nur aus kleinen Hügel bestanden. Wenn du einen Hügel überstanden hast, stecktest du im nächsten fest... An diesem Abend mussten unsere Mopeds sehr viel leiden und ich bereute es schon, losgefahren zu sein... Obwohl wir noch am selben Tag zurück sein wollten, kamen wir erst abends an. Das Geburtstagskind schlief schon (ein dreijähriges Mädchen), wir konnten mit den Eltern und Nachbarn feiern. Es wurde Ziegenmilch rumgegeben, dann Kamelmilch, danach Pferdemilch, dann kam mongolischer Wodka und zu guter Letzt russischer Wodka. Diese Geschichte wiederholte sich den ganzen Abend lang!!! Es war alles sehr zeremoniell und du musstest mehrere Sachen beachten, um die Eltern zu würdigen. Nachdem wir mit traditionell mongolischem Essen gemästet wurden, konnten wir nach einem (zu) langen Abend endlich schlafen gehen. Am nächsten Morgen war das Geburtstagskind dann endlich wach und es ging weiter mit der Zeremonie. Wenn in der Mongolei ein Mädchen 3 Jahre alt wird, werden ihr die Haare von den Gästen abgeschnitten, wir mussten also auch mal...Nachdem die Feier dann wirklich vorbei war, durften wir noch reiten und dann gings auch schon wieder auf den Weg nach Hause.

In "Khovd" (Chowd)

Khovd ist die viertgroesste Stadt in der Mongolei, aber von der Flaeche warscheinlich nicht groesser als Oerlinghausen! Die erste Nacht haben wir im Hotel verbracht, was ganz schoen billig war...generell ist hier in der Mongolei alles echt spottbillig, so muss das! Am Abend noch haben wir Jeff (einen Australier) kennengelernt, der fuer eine christliche Organisation in Khovd arbeitet. Wir haben uns gleich angefreundet und die naechsten Tage bei ihm und seinem Nachbar Dolma uebernachtet. Das Gute war, dass Jeff mongolisch sprechen konnte, so dass man endlich mehr von den Leuten und der Kultur mitbekam! Jeff und die Familie waren echt schwer in Ordnung und man hatte hier ne super Zeit!!! Dolma, der mal KFZ-Mechaniker war, hat mir mit dem Bike geholfen...ich weiss nicht wie, aber wir haben es zum laufen gebracht...Keiner weiss hier genau, was damit los ist und was mit dem Motor nicht stimmt...Na ja, es schien auf jeden Fall weiterzugehen!

Mongolei - wir kommen!

Wir freuten uns nach ca. einen Monat die Sowjetstaaten zu verlassen und endlich in die heiss ersehnte Mongolei einzufahren...doch es gab etwas, was die Russen hatten und den Mongolen fehlte: Asphaltstrassen! (Dafuer sind die Mongolen schoener!) Die einzige Hauptstrasse, die vom Westen in den Osten fuehrt, ist ein Witz! Die Straße war eine einzige Wellblechpiste, man wurde so richtig durchgeschuettelt. Aber es gingen auch Dinge verloren, wie z.B. mein voller Benzinkanister oder immer mal wieder Flaschen zu trinken, die wir hinten an die Gepaeckrolle gespannt hatten...Man kam also nur langsam voran, man wusste oft nicht, wo es langging. Es gab manchmal 1000 Wege und auf den ganzen 1800 Kilometern nur wenige Schilder...Die Staedte auf dem Weg waren ziemlich klein und wir mussten schnell feststellen, dass es dort nicht viel gibt (kein passendes Oel oder Benzin, kein Bankautomat, kein Internet...). Die Gegenden waren hier noch einsamer als in Kasachstan! Das haben wir zu spueren bekommen, als mein Moped wieder anfing zu stottern, bis wieder gar nichts ging. Irgendwie hatte ich Angst um den Motor, weil dort schon seit Kasachstan irgendwas nicht in Ordnung war. Wir vermuteten beide jetzt schon zum zweiten Mal, dass Schluss sein koennte...Diesmal gab es leider keine Tankstelle oder Werkstatt in der Naehe...wir waren wieder in der Walachei! Nur selten kam mal jemand die "Hauptstrasse" langgefahren. Erst am naechsten Tag konnten uns zwei Trucks aus Russland mitnehmen, die Mehl in die naechst groesste Stadt (Khovd) transportierten. Mein Moped hinten und ich vorne rein. Wir brauchten fuer 150 km acht Stunden...Fischer hat zum Glueck vier Motorradfahrer aus Holland getroffen, mit denen er schon mal vorgefahren ist. Es war schrecklich in diesem herumpolternden Ding zu sitzen (ich bin mehrmals vom Sitz abgehoben), waehrenddessen fuenf Jungs so frei in die Ferne abzogen. Der Gedanke nicht mit dem Motorrad anzukommen, war fuer mich wie ein Alptraum!

Unsere Holzbude

Vielleicht einen Kilometer von der Stadt raus, haben wir zum Glueck noch eine kleine unbewohnte Holzhuette gefunden. Drinne kam der Wind nicht rein und wir konnten uns mit ein paar Jacken, die in der Bude rumlagen, zudecken (mein Aldi-Schlafsack brauchte Verstaerkung!)... Es war fuer mich wohl einer der besten Momente der Tour, am naechsten Morgen aufzustehen und die mit Schnee bedeckten Berge vor dir zu sehen... vor kurzem war es noch Sommer!!! Die Sonne scheint zwar, aber es ist kalt und du kommst dir ganz weit oben vor...in Taschanta ruehrte sich nichts, es gab kein Geraeusch, dass du gehoert hast, die Gegend ist einfach "amazing and unbelievable" zugleich... Wir wussten nicht, dass die Holzbude noch eine Nacht unser Zuhause sein sollte, denn die Grenze war auch am Montag wieder geschlossen! Also war chillen angesagt...Am Abend kam aus der Stadt noch ein ziemlich besoffener Kerl vorbei, der ploetzlich in die Bude ging und meine Sachen durchwuehlt hat. Fischer und ich mussten ihn uns packen und rausschmeißen... Generell muss man sagen, dass der Alkohol hier im Osten ein fettes Problem ist, Besoffene siehst du hier zu jeder Tageszeit! Am Abend wurde nochmal ein Feuer hinter der Huette angezuendet und sich dann wieder auf eine eiserne Nacht vorbereitet...

Die Fahrt durchs Altai-Gebirge...

...war so ziemlich der Hoehepunkt der ganzen Tour (das Altai-Gebirge faengt in Russland an und geht weiter bis in die Mongolei)! Der Weg schlaengelt sich durch die Berge, neben dir der tuerkis schillernde Fluss, im Tal sieht es aus wie im Wilden Westen, ein Naturschauspiel nach dem anderem...ich war nur zu oft frustriert, dass die Fotos nicht das wiedergeben, was du da vor dir siehst! Als es dunkel wurde, haben wir beschlossen weiter zur mongolischen Grenze zu fahren, wo wir nachts ankommen wollten...wir hofften auf ein paar verschlafene Beamte, die es verpennen sollten, unsere Motorraeder zu verzollen - so der Plan. Irgendwann waren nur noch wir auf der Strasse...es ist kalt, minus Grad, deine Haende frieren dir ab, du traegst obenrum fuenf Teile um gegen den bissigen Wind anzukaempfen, du guckst nach oben, der Himmel ist VOLL mit Sternen, du weisst neben dir sind irgendwo die Berge oder eine Schlucht...man hat sich irgendwie wie auf der Flucht gefuehlt - ich weiss nicht warum, aber diese Nacht hatte irgendwas Besonderes an sich! Mitten in der Nacht sind wir dann endlich nach 660km am Stueck (Tageskilometer-Rekord) sau muede und total durchgefroren in "Taschanta" angekommen - die Grenze leider zu! Weil wir es uns nicht vorstellen konnten draussen zu pennen, haben wir bei einigen Haeusern an die Fenster geklopft, wo noch eine Gluehbirne am flimmern war. Nichts! Keiner macht auf!

Freitag, 14. September 2007

(3) Es geht weiter!

Wir sind schon mehrere Tage in Novosibirsk! Wir haben eine gute Motorradwerkstatt gefunden, die Fischers Bike wieder fahrtuechtig gemacht hat. Mein Moped macht inzwischen auch Probleme: Der Motor macht Geraeusche, die sich nicht gut anhoeren! Wurde auch teilweise von der Werkstatt auseinandergenommen, mal gucken, ob er durchzieht. Wir wollen morgen Richtung mongolische Grenze weiter...Novosibirsk ist total abgefahren, Grossstadt halt. Der Verkehr ist warscheinlich nicht viel besser als in New York! Wurde heute sogar von einem Wagen gerammt, der Kerl hat mir geholfen das Ding aufzuheben, dann ist er einfach abgezogen...Du brauchst hier mehrere Stunden, um ein Hotel zu finden, das auch Deutsche annimmt (!), das nicht ausgebucht ist oder nicht gleich 100 Euro pro Person kostet! Genauso gehts dir mit allem anderen, was du brauchst und suchen musst. Bloss raus hier!!!

(2) Wie soll es weiter gehen?

Am Abend sassen wir im Wohnzimmer eines Schrottplatzbesitzers. Die Stimmung war mies! Die Leute rieten uns die Mopeds zu verkaufen und nach Hause zu fliegen. Wir hatten aber noch die Visa von Russland, der Mongolei und China in der Tasche...Am naechsten Tag schien uns keiner weiterhelfen zu koennen. Die Werkstaetten dort im Norden konnten fuer uns nichts tun...Wir wollten weiter! Deshalb haben wir alles irgendwie auf die Mopeds gepackt (man hatte noch immer keine Gepaeckloesung), Wanderrucksaecke rauf, eine Alubox irgendwie festgebunden und los...Fischers Gabel war total verzogen, er musste mit einem total schiefem Lenker fahren...es ging also mit einem kaputten Motorrad und einem sau schlechten Gefuehl Richtung Novosibirsk, wo wir uns Hilfe erhofften...

(1) An einem Sonntag...

Wir verabschiedeten uns noch von Emil (ein deutschsprechender Kasache, bei dem wir die Nacht verbracht haben) und freuten uns schon auf die letzten 500 Kilometer Kasachstan, weil es Richtung Grenze gehen sollte...Die Strassen waren wieder so schlecht, dass wir wie schon oefters Feldwege benutzten...das bockt sich einfach, man muss nur um so einiges mehr aufpassen, dass man sich wegen tiefem Sand bzw. Kies oder Bodenwellen nicht mault...Als Fischer laenger nicht zu sehen war (der Staub verhindert die Sicht!), bin ich zurueck, dachte es waere mal wieder ein Problem am Moped. Als ich von weitem mehrere Kasachen sah, die um ihn standen, wusste ich, dass was passiert war...Fischer lag stoehnend am Boden, seine Haende am Knie, eine lange Schuerfwunde am Arm...am Anfang sah es schlimm aus, zur Zeit gehts...das Motorrad war vorne total verzogen, die Verkleidung schrott, der Traeger und eine Alubox total hin, Stuecke vom Rahmen abgerissen...zum Glueck haben wir einen Laster mit Ziegelsteinen getroffen, der uns das Ding fast zur Grenze gebracht hat (ich weiss aber immer noch nicht, wie wir "den Bullen" da drauf bekommen haben!)...

"The magnets"

Kurz vor Karaganda haben wir endlich wieder ein paar Motorradfahrer getroffen (auf der ganzen Strecke von der Ukraine bis hierher waren es ca. 5 (moderne) Motorraeder!). Vitali, Andrej und die anderen gehoerten zum Motorradclub "magnets" und waren ziemlich ueberrascht uns Deutsche hier zu treffen...Vitali konnte ziemlich gut Englisch (einer der ganz wenigen hier), so dass man sich endlich wieder richtig unterhalten konnte...Nachdem wir in einem vornehmen Hotel zum Essen eingeladen wurden, legte Andrej einen Schluessel von einem Hotelzimmer auf den Tisch...und zwar der Schluessel von einer Luxussweat, die wir nie haetten bezahlen koennen! Ich weiss nicht, ob das alles der Hotelbesitzerin gefallen hat (wir sahen aus wie die letzten Penner), aber die beiden haben das schon fuer uns erledigt... Danke Jungs!!!

Freitag, 7. September 2007

Diesel gefaelligst?

Auf dem Weg nach Astana (Hauptstadt) machend, gab es das erste grosse Problem an meinem Motorrad. Es fing ploetzlich an zu stottern und bei hoeherer Drehzahl ging gar nichts mehr, bis es auf einmal ausging und wieder schlecht ansprang...Am Strassenrand versuchten wir die moegliche Ursache zu finden, wurden aber nach einigen Stunden nicht fuendig. Als wir ziemlich verzweifelt nach zwei Dosen Mais und Bohnen auf dem Boden hockten, kam im richtigen Moment Alex (ein Deutscher aus Rinteln!) mit seinem Militaerbulli vorbei, der jemanden kannte, der uns helfen konnte. (An dieser Stelle muss man sagen, dass bis jetzt eigentlich immer, wenn man irgendwie auf Hilfe angewiesen war, die richtige Person, zur rechten Zeit, am rechten Ort war). Er und sein kasachischer Freund Aman luden uns also ein, erstmal zu ihrem privaten Campingplatz zu kommen...Dort wurde man auf kasachischer Weise bewirtet und man hatte endlich Zeit einige Dinge zu erledigen, wie z.B. meine Aluboxen auszumisten (Katastrophe! Gut, dass es davon keine Fotos gibt!) Abends ist Alex noch mit uns geflogen (keine Ahnung wie das heisst, sieht aus wie ein Go-Kart mit Segel dran) und konnten so Kasachstan mal von oben sehen...Spaeter kam dann Alfred, der den Vergaser auseinandergenommen hat, jedoch ohne Sand oder zugestopfte Duesen zu finden. Naechsten Morgen kam er dann auf die Idee, dass was mit dem Benzin nicht stimmte...Richtig! Es stellte sich heraus, dass meinem "Benzin" Diesel und Wasser beigemischt wurden, um Kosten zu sparen. Der gerade voll getankte Tank musste also ausgeleert werden und nach ner neuen Ladung frischem, ordentlichen Benzin und ner neuen Zuendkerze, lief mein Baby wieder!!! Es konnte also weitergehen und Obelix wuerde dazu sagen: Die spinnen, die Kasachen!

Eine wandelnde Attraktion...

...das bist du, wenn du als junger Spunt mit einer Yamaha und zwei Aluboxen durch den Osten faehrst! Es gibt eigentlich keinen mehr, der nicht nach dir schaut, so manch einer zueckt sein Handy um ein Foto zu ergattern oder will deine Adresse bzw. Telefonnummer haben, einige hupen, die Trucker lehnen sich aus dem Fenster um mit dir zu reden und wo du nicht anhaelst, ist schon jemand da, der dich mit einem "Kuda jedisch" (Wohin solls gehen?) anspricht...
Mir scheint es so, als ob jeder ueber dich bescheid wissen will und jeder dein Freund sein will! Jetzt kann ich auch die "armen" Promis verstehen, die, wenn sie mal nicht zu Hause hinter zugezogenen Gardinen sitzen einfach mal ihre Ruhe haben wollen...

Sonntag, 2. September 2007

In the middle of nowhere...

...janz weit draussen...mitten in der Walachei...am Ende der Welt...wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen...DAS IST KASACHSTAN! Jetzt weiss ich, was es heisst in der Pampa gelandet zu sein. So weit konnte ich noch nie gucken!!! Es ist heiss (manchmal bis zu 45 Grad), die Felder sind trocken, da mal ein Feuer, dort mal ein paar Kamele, der Horizont weit weg, der Mund trocken, sobald eine Oase (Tankstelle mit mindestens drei Kuehlschraenken, voll mit gekuehlten Drinks) auftaucht, TRINKEN! Die Strassen sind hier abgefahren (!), wir mussten ca. 500 Kilometer Feldwege mit Sandstellen und Schotterpisten fahren. Zwischendurch sieht man schon Schlagloecher mit ca. 2 m Durchmesser... Abends geht man so gut wie immer ohne viel zu machen muede ins Bett, oder eher Schlafsack. Es macht aber Spass, jeden Tag wieder auf seinem Moped zu sitzen (anders als erwartet) und voranzukommen. Inzwischen haben wir mehr als 6000 Kilometer hinter uns, was ungefaehr die Haelfte der ganzen Tour ist...

Die Russen...

...sind ein cooles Volk! Anders als erwartet, wird man hier freundlich begruesst, selbst an den Ampeln und Zebrastreifen fragen uns die Leute, woher wir kommen, wohin es gehen soll und wuenschen alles Gute! In Volgograd angekommen, hat uns eine Familie zu sich nach Hause eingeladen. Wir bekamen eine Dusche (endlich wieder duschen!!!), zwei Betten und REICHLICH gutes russisches Essen. Die Mama wollte uns zeigen, dass alle Frauen in Volgograd so sind, wie sie... aber eigentlich glaube ich, wollte sie mich nur mit einer ihrer letzten Toechter verkuppeln (Fischer war ja schon vergeben:). Eugen war auch cool, der uns den ganzen Tag durch Astrakhan (Stadt kurz vor der kasachischen Grenze) mit seinem Lada gefuehrt hat, damit wir alle unseren Besorgungen machen konnten (das kann alleine bei dem Verkehr und den kyrillischen Schriftzeichen an Wand und Schild ziemlich anstrengend sein!). Der hat nichts dafuer verlangt und als wir ihn auf ein Essen eingeladen haben, hat er dankend abgelehnt. Hammer!

"Pimp my Koffertraeger"

Fischers Koffertraeger ist zur Zeit ein seltenes Unikat, da er inzwischen schon von drei Werkstaetten geschweisst und mit vielen kleinen Metallstuecken verstaerkt werden musste... Ausser wenigen kleinen technischen Schwierigkeiten, machen die Motorraeder keine Probleme und rennen Richtung Osten!

Donnerstag, 23. August 2007

Sind kurz vor...

...Russland, auf dem Weg nach Volgograd (Ex-Stalingrad)

Bruellende Hitze!

Habe das Gefuehl, dass je mehr man in den Osten faehrt, desto heisser wird es! Es ist warscheinlich eines der ekligsten Dinge auf dieser Erde, sich bei 35 Grad die Motorradklotten anzuziehen und darin auch waehrend der Fahrt zu braten! Die Ukrainer sind echt zu beneiden, die einfach in Shorts und Latschen durch die Gegend ziehen...

Die ersten Kuehe...

...auf der Strasse, die uns anschnautzende und herumkommandierende Beamtin an der slowakisch-ukrainischen Grenze, Pilmeni in jeder Gefriertruhe, Brot zu jedem Essen, winkende Kinder am Strassenrand, Schilder mit kyrillischer Schrift, korrupte Polizisten, weite Felder, mit Schlagloechern bestueckte Huckel-Pisten.....lassen einen wissen, dass man in der Ukraine ist! Die Leute sind groesstenteils freundlich und man schafft es sogar, sich mit Haenden und Fuessen und dem bisschen russisch, das ich kann, zu verstaendigen.

Unsere Motorraeder sind...

...hammer!!! Wir sind mit der Yamaha XTZ 660 Tenere (Reiseenduro) unterwegs, die absolut zuverlaessig und sau bequem zu fahren ist. Haben bis jetzt echt gut durchgezogen...Selbst die ukrainischen Maenner haben sich in die Mopeds verliebt und fragen staendig nach Hubraum, PS, Geschwindigkeit und wieviel Liter in den Tank passen...

Samstag, 18. August 2007

Aus Deutschland raus...

Nachdem wir Freitag morgens in Frankfurt unsere China-Visa abgeholt haben, gings Richtung Tschechien. Kurz nach der Grenze kam dann auch schon das erste Unglueck: Ein Spanngurt hat sich geloest und ist ins Hinterrad gekommen. Der Gurt hat sich daraufhin so festgezogen, dass die Gitarre (eine unserer wenigen Freizeitbeschaeftigungen) mit einem lauten Knall total zerfetzt wurde. Jetzt sind wir gerade dabei, eine gebrauchte in Prag zu besorgen.

Mittwoch, 15. August 2007

Die ersten Kilometer...

...waren heftig!!! Die vollbepackten Alukoffer, die Gepaeckrolle, die Gitarre, die ungewohnten Motorradstiefel und der anfangs heftige Seitenwind machen das Fahren zu einem abgefahrenen (!) Erlebnis. Das Motorrad faengt schon bei 120 km/h an zu pendeln, bei 140 ist Ende! Doch man hat sich dran gewoehnt und wir sind gerade heiss auf "Kilometer kloppen" (Motorradslang: vorankommen).

Ehhh?

Na super, alles auf tschechisch und englische Tastatur! Wie soll ich spaeter erst mit dem kyrillisch klar kommen?