Donnerstag, 4. Oktober 2007
Mongolei - wir kommen!
Wir freuten uns nach ca. einen Monat die Sowjetstaaten zu verlassen und endlich in die heiss ersehnte Mongolei einzufahren...doch es gab etwas, was die Russen hatten und den Mongolen fehlte: Asphaltstrassen! (Dafuer sind die Mongolen schoener!) Die einzige Hauptstrasse, die vom Westen in den Osten fuehrt, ist ein Witz! Die Straße war eine einzige Wellblechpiste, man wurde so richtig durchgeschuettelt. Aber es gingen auch Dinge verloren, wie z.B. mein voller Benzinkanister oder immer mal wieder Flaschen zu trinken, die wir hinten an die Gepaeckrolle gespannt hatten...Man kam also nur langsam voran, man wusste oft nicht, wo es langging. Es gab manchmal 1000 Wege und auf den ganzen 1800 Kilometern nur wenige Schilder...Die Staedte auf dem Weg waren ziemlich klein und wir mussten schnell feststellen, dass es dort nicht viel gibt (kein passendes Oel oder Benzin, kein Bankautomat, kein Internet...). Die Gegenden waren hier noch einsamer als in Kasachstan! Das haben wir zu spueren bekommen, als mein Moped wieder anfing zu stottern, bis wieder gar nichts ging. Irgendwie hatte ich Angst um den Motor, weil dort schon seit Kasachstan irgendwas nicht in Ordnung war. Wir vermuteten beide jetzt schon zum zweiten Mal, dass Schluss sein koennte...Diesmal gab es leider keine Tankstelle oder Werkstatt in der Naehe...wir waren wieder in der Walachei! Nur selten kam mal jemand die "Hauptstrasse" langgefahren. Erst am naechsten Tag konnten uns zwei Trucks aus Russland mitnehmen, die Mehl in die naechst groesste Stadt (Khovd) transportierten. Mein Moped hinten und ich vorne rein. Wir brauchten fuer 150 km acht Stunden...Fischer hat zum Glueck vier Motorradfahrer aus Holland getroffen, mit denen er schon mal vorgefahren ist. Es war schrecklich in diesem herumpolternden Ding zu sitzen (ich bin mehrmals vom Sitz abgehoben), waehrenddessen fuenf Jungs so frei in die Ferne abzogen. Der Gedanke nicht mit dem Motorrad anzukommen, war fuer mich wie ein Alptraum!
